Grundsätzliches zum Thema Energiemanagement – Rückerstattung von Stromsteuer

ISO 50001:2018
Die ISO 50001 wurde inhaltlich überarbeitet und der neuen High-Level-Struktur für Managementnormen angepasst. Eine Integration in bestehende  Managementsysteme wird dadurch erleichtert (ISO 9001:2015 bzw. ISO 14001:2015).

Neben der neuen Gliederung sind zusätzliche Anforderungen auch an die Auditierung sowie weitere Normen der 50000er-Reihe in Kraft getreten.

Eine Schwierigkeit, die im Auditorenkreis bereits jetzt schon stark diskutiert wird, ist der in jedem Audit zu erbringende Nachweis der kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz des Unternehmens. Dieser ist künftig für die Aufrechterhaltung der Zertifizierung erforderlich.

Was passiert aber mit dem Zertifikat, wenn das Unternehmen, wirtschaftlich gesehen, alle technischen Maßnahmen zur Energieeinsparung ausgeschöpft hat und keine energetischen Verbesserungen  - schlimmer noch - eine Zunahme des spezifischen Energieverbrauchs vorliegen? 

Hier braucht es in der Praxis sicher das richtige Augenmaß und angemessene Entscheidungen. 

 

Regelung zur Umsetzung des Energie-Dienstleistungs-Gesetzes

Nicht KMU (alle Branchen - auch Handel, Banken, Sozialeinrichtungen, etc.) mussten sich nach dem neuen Energiedienstleistungsgesetz (§8, EDL-G) erstmals bis zum 05.12.2015 (danach alle 4 Jahre) einem Energieaudit unterziehen. Unternehmen, die der Forderung noch nicht nachgekommen sind haben bis zum 31.12.2016 Zeit, die entsprechenden Zertifizierungen / Auditierungen durchführen zu lassen. Bei Missachtung dieser gesetzlichen Forderung ist mit einem Bußgeld von bis zu 50.000€ zu rechnen.  Bitte beachten Sie hierzu auch die Regelungen der BAFA in Bezug auf den KMU-Status.

Das BAFA macht diesbezüglich Stichproben. Sollten sie also aufgefordert werden, das Ergebnis des Energieaudits bei der BAFA vorzulegen, müssen sie entweder nachweisen, dass sie ein KMU sind und von dieser Regelung nicht betroffen sind oder sie reichen den Energieauditbericht und die entsprechenden Unterlagen über den Auditor bei der BAFA ein. Generell besteht die Möglichkeit, dieses Audit auch durch eigene "unabhängige" Mitarbeiter durchzuführen. Nähere Informationen siehe www.bafa.de.

EEG-Zulage - Stromsteuer

Für die Rückerstattung im Bereich Energiekosten gibt es zwei Ansatzpunkte, die EEG-Zulage und die Stromsteuerrückerstattung.

EEG-Zulage:

Generell kann eine Reduzierung der EEG Zulage beantragt werden, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt werden (Energiekosten >17% der Bruttowertschöpfung, Energieverbrauch > 10 GWh).

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, bleibt nur die Möglichkeit der Rückerstattung des Stromsteuer-Spitzenausgleichs, über eine Testierung einer Akkreditierten Stelle. Das Testat wird jeweils für ein Jahr ausgestellt und kann durch einen Vor-Ort-Besuch der akkreditierten Stelle erworben werden. Das Testat muss dem Zollamt vorgelegt werden (www.bafa.de).

Stromsteuerspitzenausgleich:

Mit Inkrafttreten der SpaEfV (Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung) am 05.08.2013 müssen alle produzierenden Unternehmen künftig Nachweise über die Einführung eines Energiemanagements erbringen. Großunternehmen müssen dazu bis 2015 nach der ISO 50001 zertifiziert sein; KMU´s können sich einem Energiemonitoring unterziehen und ein Testat erwerben, das jährlich durch eine akkreditierte Stelle im Rahmen eines Vor-Ort-Besuchs ausgestellt wird. 

Für die Rückerstattung der Stromsteuer seit 2016 muss nachgewiesen werden:

1. Dokument 1: Schriftliche Erklärung der Geschäftsführung zur Einführung eines Energiemanagementsystems (am besten datiert auf Mitte des Jahres)

2. Dokument 2: Schriftliche Benennung des Energiemanagementbeauftragten

3. Dokument 3: Nachweis über die Erfassung und Analyse eingesetzter Energieträger und Ermittlung wichtiger Kenngrößen (Kennzahlen)

4. Dokument 4: Maßnahmenplan zur Erreichung der Energieziele; Berechnung der Amortisation und der Rentabilität der möglichen Maßnahmen

5. Dokument 5: Ein "kleines" Management-Review für den Bereich Energie, aus dem hervorgeht, welche Energieziele durch welche Maßnahmen erreicht werden sollen und welche Investitionen dazu benötigt werden.

5. Die akkreditierte Stelle prüft die Dokumente inhaltlich, führt einen Vor-Ort-Besuch durch und erstellt ein Testat (Kosten:  ab ca. 500 € - 2000 € je nach Energieverbrauch).

6. Erhalt der Testierung und einer Kopie der Akkreditierungsurkunde der Zertifizierungsstelle.

7. Testat und Kopie der Akkreditierungsurkunde müssen zusammen mit dem Erstattungsantrag an den Zoll geschickt werden (www.bafa.de).

8. Rückerstattung 

Wichtig: Nutzen Sie die Fördermöglichkeiten im Bereich Energie für die Zertifizierung von Managementsystemen oder lassen Sie sich Ihre Investitionen bezuschussen. Näheres erfahren Sie unter www.bafa.de.

Weiterhin wurde festgelegt, dass im Rahmen der Testierung eine Begutachtung der Unternehmen nur alle zwei Jahre stattfindet. Dazwischen erfolgt eine Prüfung der Unterlagen offsite durch die Zertifizierungsstelle.